Vom 22. - 25. November 2007 fand in Wien das Erste Europäische Wissenschaftsfilmfestival statt.
Aus mehr als 40 Einreichungen aus ganz Europa wurden 16 Filme für den Wettbewerb nominiert. Die neuesten Wissenschafts-Filme aus Europa in drei konzentrierten Tagen zu erleben: Das bot das Festival.
Am Sonntag, den 25. November, wurde das Festival mit der Verleihung der vier zu vergebenden Preise abgeschlossen.
Mit dem Preis für den „Besten unabhängigen Film“ wurde Clara Lehnfeld aus Wien bedacht; in ihrem Film „Der Beobachter und seine Realität“ erklärt sie das Verhalten von Quanten auf anschauliche und vergnügliche Weise.
Als „Bestes wissenschaftliches Thema“ wurde die Zusammenschau von Psychoanalyse und Kino bewertet.
Julia Riedhammer aus Berlin zeigt in ihrem Film „Licht in dunklen Räumen. Psychoanalyse und Kino“ kaum gesehene Aufnahmen vom Beginn des vorigen Jahrhunderts, in denen Träume visualisiert werden.
Als „Bester Bildungsfilm“ wurde „Die Reise zur Wiege Europas“ des österreichischen Filmemachers Petrus van der Let ausgezeichnet; die filmische Expedition zu den Mythen von Homer enthüllt auch ein spannendes Kapitel österreichischer Archäologie-Geschichte.
Der Hauptpreis, „Bester wissenschaftlicher Film“, ging an Lars Becker-Larsen aus Dänemark für „The Copenhagen Interpretation“. Der Film beschreibt den philosophischen Streit, den Niels Bohrs Theorie auslöste. Einzigartiges Archiv-Material und Interviews mit den führenden Physikern der Welt, u.a. mit Anton Zeilinger, bilden das Gerüst des Films.
Den Auftakt des Festivals bildete die Premiere von Wolfgang Haberls Film über den Physiker Markus Arndt, “Quantenfußball”.
Die Veranstalter zeigten sich mit der Publikumsresonanz (480 Besucher) sehr zufrieden. Die Publikumshits waren Zeroset über mathematische Schönheiten und Strukturen, die Entwicklungsarbeit für Weltraumagenturen in Space Architecture, und auch die Siegerfilme The Copenhagen Interpretation und Licht in dunklen Räumen.

pdf Programm 07

Am 27. November 2008 fand im Filmcasino Wien das Zweite Europäische Wissenschaftsfilmfestival statt. Dieses Mal wurde es in Kooperation mit dem Institut Francais de Vienne (Cécile Salin) organisiert.

DAS PROGRAMM
Les autres hommes
, Michel Viotte
Frankreich, 2006 - 85 mn VSTA
Dank wissenschaftlicher und künstlerischer Dokumente zeichnet der Regisseur die lehrreiche Geschichte des westlichen Blickes auf den „Anderen“ nach.
Er erinnert uns an die großen Etappen der europäischen Expansion, die mit den maritimen Eroberungen anfing und deren Kolonialkriege im 20sten Jahrhundert den Höhepunkt bildet.
Vor diesem verheerenderen Vordringen des weißen Mannes mußte der „Andere“ verschwinden oder sich unterwerfen, bevor eine langsame Entwicklung der Mentalitäten begann.

 

Au-delà de l’infini , Werner Herzog
2006 – 77 mn – englische Fassung
Der Film erzählt von einer fünfzehnjährigen Odyssee im Weltall, einer der erstaunlichsten Planetenforschungsreisen, die je unternommen wurde: diejenige der Galileo Sonde.
Dieses Abenteuer endete mit dem 21. September 2003, als die Raumsonde beim Eindringen in die Jupiter Atmosphäre sich verglühte.
Der Film ist eine wahrhaftige Liebesgeschichte: die komische und intensive Beziehung zwischen einer wissenschaftlichen Gruppe und ihrer Schöpfung in der Gewaltigkeit des Weltalls.

 

 

Plus loin que le bleu du ciel, Valérie Winckler
Frankreich, 2005 – 52 mn – englische Fassung
Die Europäer Juliette Payette, Jean-François Clervoy und Gerhard Thiele, der Russe Sergueï Krikalev und der Amerikaner Franklin Chang-Diaz gehören zu den wenigen Privilegierten, die eine lange Zeit im Weltraum verbrachten. Diese fünf Astronauten teilen uns ihre Gefühle mit, die sie während ihres Abenteuers in der Umlaufbahn empfanden.

 

 

 

Charisma in Politics. The body language of the politicians, Pierre-François Gaudry
Frankreich, 2008 – 47 mn – englische Fassung
Dieser Film ermöglicht uns, die Wichtigkeit der non-verbalen Kommunikation unter Politiker zu verstehen und erläutert zudem die unterschiedlichen Elemente, aus denen sich das Charisma entwickelt. Diese Analyse findet in einem internationalen Kontext statt.

 

Der abwechslungsreiche Filmtag wurde abgerundet durch ein Podiumsgespräch mit dem französischen Regisseur Francois Tisseyre, der über die Chancen und Probleme des Wissenschaftsfilms aus der Sicht eines Filmemachers sprach.
Der Gewinner des Hauptpreises war François Gaudry mit seinem Film Charisma in Politics.


v.l.n.r: Wolfgang Haberl, Francois Tisseyre, Mag.a Susanne Schaefer-Wiery, Kurt Wimmer

pdf Programm 08

Von 26. bis 29. November wurde das Europäische Wissenschaftsfilmfestival zum vierten Mal veranstaltet.

Als Eröffnungsfilm wurde der Film "Das Gehirn" von Gerald Kargl gezeigt.

Das Gehirn - Evolution und Wahrnehmung, Gerald Kargl
Österreich | 2009 | 23 Minuten
Die Hirnforschung vermittelt seit Jahren verblüffende Einsichten in die Grundlagen der menschlichen Existenz. Seitdem es möglich ist, mit Hilfe moderner Technik die Aktivitäten des wahrscheinlich komplexesten Organs im gesamten Universum direkt zu beobachten, werden immer mehr Vorstellungen, die während tausender Jahre Menschheitsgeschichte gültig waren, grundlegend in Frage gestellt: Was ist der menschliche Geist? Oder das menschliche Bewusstsein? Was verstehen wir unter Seele und Persönlichkeit? Verfügen wir über einen freien Willen? Wie unterscheiden sich Mensch und Tier? Wer sind wir?

Siegerin des diesjährigen Festivals wurde die Regisseurin Variety Moszynski mit ihrem Film Aventures Chemiques.
Aventures Chemiques, Variety Moszynski
Frankreich | 2008 | 58 min
Nach mehreren Runden Chemotherapie gegen Brustkrebs begann die Regisseurin des Films mit den Frauen zu sprechen, die sie im Krankenhaus traf. Der Film gibt uns die Chance die Persönlichkeit krebskranker Frauen zu entdecken, genauso wie die Art und Weise, wie diese mit ihrer Krankheit umgehen. Während ihnen Medikamente injiziert werden, sprechen die neun Damen, darunter auch Variety Moszynski selbst, über Wünsche, Ängste, Haare, Humor, Glauben und einiges mehr.

pdf Programm 09